Eröffnung der Archäologie-Ausstellung im Schloss
Als "sehr reich" charakterisierte Dr. Klaus Wirth die Gemeinde bei der Eröffnung der Ausstellung "Der Edinger Reiter und Celinas Weingärten in Neckarhausen" (wir haben gestern berichtet). Da ungläubiges Gemurmel im großen Saal des Schlosses einsetzte, präzisierte der Archäologe diese Aussage und sprach von "kulturellen Reichtümern, die im Boden schlummern".
"Reichtümer, die im Boden schlummern"
Presseecho
Dabei verwies er die geladenen Gäste nicht nur auf die Ausstellung, sondern auch auf wissenschaftliche Publikationen, in denen die Gemeinde erwähnt ist.
Die Information über diese archäologischen Quellen sieht er als wichtige Aufgabe: "Denn wenn eine Baugrube unbeobachtet ausgehoben wird, sind die darin liegenden Informationen unwiederbringlich verloren. Und wie soll man dann die geschichtlichen Vorgänge rekonstruieren?"
Vorgeschichtliche Funde gebe es reichlich in Edingen, in Neckarhausen dagegen kaum: "Der Neckar hat diese Schichten komplett ausradiert." Kurz ging Dr. Wirth auch auf die jüngste Grabung im Januar 2007 ein. "Wir kamen zu spät", bedauerte er. Der Bauherr habe nicht informiert. Immerhin gelang es, jungsteinzeitliche Funde und ein Gefäß aus dem späten Mittelalter zu bergen. Die Ausstellung, die von den Reiss-Engelhorn-Museen und dem Edinger Heimatbund veranstaltet wird, umfasse zwar nur sieben Vitrinen, meinte der Archäologe und zählte dann die vielen "Heinzelmännchen und -frauen" auf, die an der Erarbeitung beteiligt waren.
In seiner Begrüßung hatte Heimatbund-Vorsitzender Wolfgang Ding betont, von der Begeisterung fasziniert zu sein, mit der Dr. Wirth seine Erkenntnisse an die Öffentlichkeit weitergebe. Er lobte die reibungslose Zusammenarbeit zwischen ehrenamtlichen Helfern und den Profis der Reiss-Engelhorn-Museen. Als "kulturelles Zentrum" der Gemeinde bezeichnete Bürgermeister Marsch das Neckarhausener Schloss. Seit Eröffnung des Gemeindemuseums habe es 50 Ausstellungen mit rund 15 000 Besuchern gegeben. Helen Kropp (Querflöte) und Peter Schill (Klarinette), Schüler der Jugendmusikschule, gaben der Ausstellungseröffnung mit drei Stücken einen würdigen musikalischen Rahmen. kba
Mannheimer Morgen - 03. März 2007 - Von Dr. Klaus Backes

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