Verkehrsberuhigung für Ortskern Edingen

Presseecho

Nach langen Jahren, in denen nicht viel passierte, scheint sich jetzt für den Ortskern Edingen eine Lösung des Verkehrsproblems abzuzeichnen. Die schwierige Parkplatzsituation und damit einhergehend massive Behinderungen für Fußgänger war ein Thema der jüngsten Verkehrstagefahrt mit Vertretern der Verwaltung, Fachbehörden und Gemeinderäten.

Vor Ort, an der Kreuzung zwischen Anna-Bender-Straße und Wilhelmstraße, erläuterte Bürgermeister Roland Marsch, dass die Verwaltung dem Gemeinderat womöglich schon in der Märzsitzung ein Konzept zur Verkehrsberuhigung im Ortskern von Edingen vorlegen will. Wenn dies beschlossen werde, könne man an die konkrete Planung gehen und zunächst aus der Anna-Bender-Straße und der Wilhelmstraße eine verkehrsberuhigte Zone machen.

Anders als bei reinen Spielstraßen haben hier Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer, letztere bei Schrittgeschwindigkeit, dieselben Rechte. Wenn sich das Konzept bewähre, könne man die Konkordiastraße und auch die Gartenstraße einbeziehen und es punktuell auf Straßen in Neckarhausen übertragen: "Die Lindenstraße wäre dort so ein Fall", sagte Marsch.

Auf jeden Fall kann die Umsetzung trotz verbesserter Haushaltslage nur abschnittsweise erfolgen. "Allein die Anna-Bender-Straße ist schon ein großes Stück", meinte Marsch. Von der Straßenverkehrsbehörde des Rhein-Neckar-Kreises erklärte Gerhard Gamber, dass die Gehwege zurückgebaut und Parkplätze markiert würden.

Gemeinderätin Lieselotte Schweikert (UBL/FDP/FWV) empfahl das Beispiel "Neugasse". Dort sei die Fahrbahn ebenfalls gepflastert und Parkbuchten eingezeichnet: "Die Bürger können ihr Fahrzeug so direkt an die Hauswand stellen". Fußgänger und Radfahrer haben auf diese Weise wieder Platz zum Durchkommen. Anders als in der Anna-Bender-Straße, wo die klassische Aufteilung "Gehweg-Fahrbahn-Gehweg" für Unmut bei allen Verkehrsteilnehmern sorgt. Mit dem geplanten Konzept zeigte sich auch Werner Hornig einverstanden. Als Anwohner der Konkordiastraße sei er zwar nur mittelbar betroffen, doch käme man auch dort gar nicht oder nur mit Einweishilfe in oder aus den Einfahrten der Häuser heraus. Hornig hatte sich in der vergangenen Woche gemeinsam mit Nachbarn über die einseitige Schilderung von Fußgängern beklagt. "Wir können hier oft gar nicht anders parken", erklärte er der Presse.

Mit dem Plan zur Verkehrsberuhigung des Ortskerns wäre auch der Müllabfuhr gedient, die jeden Samstagmorgen kaum ihrer Aufgabe nachkommen kann. "Samstags ist hier alles zugeparkt", so Marsch. Unter dem Slogan "wir kommen gern – wenn man uns lässt", moniert außerdem die Feuerwehr seit langem das Parkproblem. Im Rahmen der Verkehrstagefahrt wurde Heinz Jakob verabschiedet. Jakob (Polizeipräsidium Mannheim) beriet unter anderem die Gemeinde Edingen-Neckarhausen seit Jahren in Fragen der Verkehrsregelung und -sicherheit. "Das war seine letzte Verkehrstagefahrt", bedauerte Bauamtsleiter Horst Göhrig.

Rhein-Neckar-Zeitung - 4. März - Von Nicoline Pilz