Das "Vogelnest" braucht mehr Platz

Presseecho

Verein möchte Obergeschoss im alten Pfarrhaus nutzen / DRK dagegen
"Das 'Vogelnest' platzt aus allen Nähten", erklärt Erzieherin Susanne Schuhmacher während eines Pressegesprächs in den Räumen des Vereins für Kleinkindförderung. Im Erdgeschoss des alten Pfarrhauses an der Edinger Hauptstraße sind mittlerweile eine Zweitages-Gruppe mit 14 Kindern und eine Dreitages-Gruppe mit elf Kindern untergebracht. "Damit sind alle Plätze vergeben", bilanziert die Erzieherin.

"Und es stehen 20 Kinder, alle aus Edingen-Neckarhausen, auf der Warteliste", fügt Nicole Mastenbroek an, die zum Planungsteam des Vereins gehört. "Momentan werden Kinder angemeldet, die noch gar nicht geboren sind." Zudem hätten sich die Eltern in einer Umfrage für eine bis 17 Uhr erweiterte Öffnungszeit ausgesprochen. Bisher werden die Kinder zwischen 7.30 und 14 Uhr betreut. Doch als Vorbedingung für die verlängerte Öffnungszeit fordere das Jugendamt einen größeren Schlafraum, in den 20 Bettchen passen. Dazu die Zweite Vorsitzende Christina Juli: "Deswegen würden wir gern erweitern."

Wenn es nach den Mitgliedern des Vereins geht, soll die Krippe im alten Pfarrhaus bleiben. Doch das erste Obergeschoss wird vom DRK Edingen genutzt. Es habe bereits ein Gespräch mit Vertretern des DRK gegeben, die aber ihre Räume behalten wollten, erläutert Susanne Schuhmacher. Die Aufstellung eines Containers im Hof könnte eine Alternative sein. Auch den Umzug in ein anderes Gebäude könnte sie sich vorstellen, "schweren Herzens". Doch die Schaffung zusätzlicher Plätze hat Priorität. Und es muss schnell gehen, wie die Erzieherin betont: "Sechs Kinder benötigen ab September Fünftage-Ganztagsplätze, damit die Mütter arbeiten können."

Leicht fallen würde dem Verein der Abschied vom alten Pfarrhaus nicht, meint Christina Juli und verweist auf die Eigenleistungen des Vereins und die Investitionen der Gemeinde. Zudem würden die Kinder das schöne Außengelände vermissen. "Vogelnest" biete jungen Familien einen Anreiz, nach Edingen-Neckarhausen zu kommen, merkt Nicole Mastenbroek an. "Bevor wir im Januar hierher gezogen sind, haben wir uns auch über die Kinderbetreuung informiert."

"Wir brauchen die Räume weiterhin für die Jugend und die Bereitschaft", zeigt sich DRK-Vorsitzender Alfred Storch im Gespräch mit dem "MM" nicht angetan von den "Vogelnest"-Wünschen.

"Wir prüfen derzeit Alternativen für 'Vogelnest' an sieben Standorten, die ich jetzt noch nicht nennen will", erklärt Bürgermeister Marsch auf Anfrage. Am 25. April werde das Thema im Gemeinderat behandelt, dann gebe es ein Gespräch zwischen dem Verein und den Fraktionsvorsitzenden. Die Erweiterung oder Verlegung von "Vogelnest" sei allerdings nur eine von mehreren Optionen. Die Kirchengemeinden wollten nämlich ihre Betreuungsangebote für Zweijährige ausweiten. Ab 1. September gebe es im Sankt-Martins-Kindergarten eine zehnköpfige Kleinkindergruppe. Martin-Luther- und Melanchthon-Kindergarten wollten insgesamt sechs altersgemischte Gruppen mit zwölf Plätzen für Zweijährige schaffen. Marsch: "Damit hätten wir dann 64 Plätze für Kleinkinder."

Mannheimer Morgen
22. März 2007