Wird die Pestalozzi-Schule eingepackt?

Presseecho

Angesichts der Kosten, die für die Sanierung der Pestalozzi-Schule anfallen, musste nicht nur Bürgermeister Roland Marsch schlucken: "Das sind echte Hämmer." Die Komplettsanierung wird im Sanierungskonzept auf 2,7 Millionen Euro veranschlagt. Es handelt sich aber um den Nettobetrag – das teilten die beiden Architekten vom beauftragten Büro Schmucker diesmal gleich mit. Als dasselbe Büro vor Jahren den Hort an der Schule baute, kamen die Mehrkosten überraschend.

Es sei aber möglich und auch sinnvoll, die Sanierung in zwei Bauabschnitte zu unterteilen, erklärten Jens Hartmann und Steffen Blankart. Neben starken Beschädigungen an der Betonfassade und einem undichten Dach, macht das Innenraumklima Probleme und verursacht hohe Energiekosten. Außerdem wurden bei einer Brandschau in 2004 fehlende Brandschutztüren und ein Frühwarnsystem moniert. Die Architekten schlugen in ihrem Konzept vor, im Rahmen der teuren Betonsanierung die Schule gleich komplett zu isolieren. Nach der Entrostung der Betoneisenträger würde ein zwölf bis 16 Zentimeter dickes Polster angebracht, danach erst eine ansehnliche Verkleidung.

"Die gesamte Schule kommt in eine schützende, isolierende Hülle", sagte Hartmann. Das fehlende zweite Treppenhaus als Fluchtweg könnte durch brandlastfreie Treppenhäuser, feuerfeste Verbindungsbrücken und Türen zu den Klassenzimmern hin kompensiert werden. Außerdem seien Brandmelder zu installieren.

Die Arbeiten in diesem ersten Abschnitt würden zirka ein Jahr dauern – von Sommer 2008 bis Sommer 2009. Die Innenwände und die alten Bodenbeläge würden gleich mit erneuert, alle Fenster komplett ausgetauscht. Geschätzte Kosten rund 1,5 Millionen Euro netto.

Weitere Sanierungsmaßnahmen für Teilabschnitt B könnten in fünf Jahren oder auch gar nicht erfolgen, beruhigte Hartmann Gemeinderat Walter Köhler (CDU), der leicht fassungslos reagierte: "Dass wir fast das ganze Haus umkrempeln müssen, war von uns so nicht gedacht." Köhler bezifferte die Gesamtkosten auf rund vier Millionen und befürchtete, dass die Gemeinde diese Größenordnung innerhalb von zwei Jahren nicht schultern könne.

In den kommenden beiden Haushalten sind jeweils 500 000 Euro eingeplant: "Also fast die Kosten für den ersten Abschnitt", sagte Marsch. Es gab nichts zu entscheiden in dieser Sitzung: "Wir hören das alles heute zum ersten Mal und müssen uns das Konzept nun in aller Ruhe zu Gemüte führen", sagte Marsch. Eine zweite und dritte Gesprächsrunde mit den Architekten sei bestimmt notwendig. "Dann klären wir die Details."

Viel Geld investierte die Gemeinde bereits in die Kanalsanierung: Von 1998 bis heute sind es 2,6 Millionen Euro. Weitere 280 000 Euro sind für dieses Jahr eingeplant, um Schäden der Klasse 3 bis Jahresende zu beheben.

Rhein-Neckar-Zeitung - 16.03.2007