Vogelnest-Krippe platzt aus allen Nähten

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Seit seiner Gründung vor zwei Jahren hat sich in der Kinderkrippe des Vereins "Vogelnest" viel getan – und nun steht die Einrichtung vor dem nächsten großen Schritt. "Vor einem Meilenstein", wie Erzieherin Susanne Schuhmacher im Pressegespräch erläuterte. Dass sich das Vogelnest so rasant entwickeln und etablieren würde, hätte damals kaum jemand gedacht. Doch inzwischen platzt die Krippe aus allen Nähten.

Alle Plätze sind vergeben: 14 Kinder kommen an zwei Tagen, zehn Kinder an drei Tagen in der Woche. Ein so genannter Notplatz steht tatsächlich nur für Notsituationen zur Verfügung. Auf der Warteliste stehen 20 Kinder, und dann werden noch ab September sechs Plätze für eine Ganztagsbetreuung benötigt. Zurzeit hat das Vogelnest von 7.30 bis 14 Uhr geöffnet und somit seit kurzem eine halbe Stunde früher als zuvor.

Das ist aber das Äußerste, was behördlicherseits zugestanden wird. "Wir würden gerne erweitern, wenn das räumlich und finanziell machbar ist", sagte Vereinsvorsitzende Christina Juli. Konkret gehe es um zwei Punkte: Einmal um die Erweiterung der Öffnungszeiten und dann um die Erweiterung der Krippe, erklärte Nicole Mastenbroek vom Planungsteam des Vereins. Eine Umfrage unter den Eltern habe ergeben, dass hoher Bedarf nach einer Betreuung ihrer Kleinkinder ab einem Jahr bis zum Kindergartenalter zwischen 7.30 und 17 Uhr besteht.

Das kann das Vogelnest derzeit (noch) nicht leisten. Das Landesjugendamt fordert hierfür einen größeren Schlafraum – doch der ist voll belegt. "Wir bräuchten einen Raum mehr", meinte Christina Juli. Im Haus, das sich im Gemeindeeigentum befindet, sind weitere Räume vorhanden. Doch die werden vom DRK-Ortsverein Edingen genutzt. Eine erste Anfrage auf Überlassung der Räume sei im gemeinsamen Gespräch vom DRK nicht begeistert aufgenommen worden, sagte Schuhmacher vorsichtig. Erzwingen kann und will das Vogelnest die Nutzung dieser Räume ohnehin nicht.

Mit der Gemeinde sei man zwar im Gespräch, doch hänge man im Moment einfach in der Luft, erläuterte Juli. Dabei bräuchte man die Plätze für eine weitere Gruppe jetzt: "so schnell wie möglich." Einen Umzug, so Schuhmacher weiter, würde das Vogelnest "schweren Herzens" mittragen, denn die Sicherung des Betreuungsangebotes habe Priorität. Gleichzeitig machen Mütter und Erzieherinnen aber deutlich, dass sowohl die Vogelnest-Eltern, als auch die Gemeinde in die Ausstattung der Räume bereits viel investiert haben.

Demnächst soll ein abdeck- und abschließbarer Sandkasten angeschafft werden. Die Nutzung von Hof und benachbartem Kirchgarten sei vor Ort in der Hauptstraße im früheren AWO-Domizil einfach ideal.

Aber auch das DRK fühlt sich im angestammten Domizil wohl. Die Räume werden nach wie vor für Schulungen und für die rege Jugendarbeit der Ortsgruppe intensiv genutzt. Ausziehen möchte man nicht. Das bestätigte auch DRK-Vorsitzender Alfred Storch. Das Rote Kreuz brauche diese Räume für ein aktives und produktives Vereinsleben.

"Das Problem ist uns bekannt", sagte Verwaltungsmitarbeiterin Elke Hugo auf Anfrage der RNZ. Bereits im Januar sei dies Thema im Verwaltungsausschuss gewesen. Die Gemeinde habe den Auftrag bekommen, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen. Gespräche mit den Betroffenen hätten bereits stattgefunden, so Hugo weiter. "Wir haben sieben Varianten ausgearbeitet, die dem Gemeinderat in der nächsten Sitzung im April vorgestellt werden sollen." Ziel sei es, eine einvernehmliche Lösung für alle zu finden.

Rhein-Neckar-Zeitung - 22.03.2007