Hausaufgabenhilfe soll jetzt ausgeweitet werden / Bald vier Mal pro Woche / Pestalozzi-Grundschule sucht nach weiteren Betreuern / Viele Türken nutzen Angebot
Die Hausaufgabenhilfe an der Pestalozzi-Grundschule in Edingen ist nach einer schwierigen Phase gesichert und soll nun sogar erweitert werden. Zuletzt hatte die Gefahr bestanden, dass Schülerinnen der Oberstufe und Studentinnen als Betreuerinnen für die Grundschüler ausfallen könnten, da die finanzielle Vergütung und Aufwandsentschädigung erst mit Ablauf des Kalenderjahres ausbezahlt wurde.
Hausaufgabenhilfe soll jetzt ausgeweitet werden
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Für ihre Vergütung tritt nun die Gemeinde Edingen-Neckarhausen in Vorlage, so dass die selbst noch in Ausbildung stehenden Helferinnen ihre durch die Betreuung entstandenen Kosten zeitnah decken können.
Die drei Mal wöchentlich am Nachmittag stattfindende Hausaufgabenhilfe hat unter den Schülern regen Zuspruch. In zwei Räumen verteilt, rauchen die Köpfe der Schüler über Heften und bunten Rechentafeln. Je Raum kümmern sich zwei Betreuerinnen um die insgesamt 15 bis 20 Schüler: Sie sehen ihnen beim Arbeiten über die Schulter, helfen über Probleme hinweg oder skizzieren einen unübersichtlichen Sachverhalt als Zeichnung an der Tafel. Wer also an einem schwierigen Problem stecken bleibt, ist nicht auf sich alleine gestellt. Und auch die nötige Überwindung, die leidigen Hausaufgaben in Angriff zu nehmen, ist in dieser Gruppe gar nicht so schwer.
Die Teilnehmer an der Betreuung sind überwiegend Kinder aus Familien türkischer Herkunft, die bei der Einschulung oft Probleme mit der deutschen Sprache haben, obwohl sie in Deutschland geboren sind. Wenn dann noch die Eltern, wie es die Regel ist, entweder berufstätig oder des Deutschen nicht mächtig sind, ist von ihrer Seite für das Kind mit keiner Unterstützung beim Lernen zu rechnen. Laut Rektor Endrik Ebel wären 7 oder 8 dieser Kinder in jedem Jahrgang ohne die Hausaufgabenhilfe nicht in der Lage, dem Unterricht zu folgen und dann über kurz oder lang für die Schule verloren. "Es ist ungerecht, dass die Kinder darunter leiden sollen", so Ebel.
Doch die an der Schule bereits seit 30 Jahren bestehende Hausaufgabenbetreuung geriet ins Straucheln, als vor drei Jahren viele der bis dahin tätig gewesenen Rentnerinnen aus Altersgründen aufhörten. Es gab einen Betreuungsengpass dem schwer abzuhelfen war. Dies lag vor allem an der Regelung, dass der Teil der Vergütungen, der vom Land Baden-Württemberg aus einer Stiftung getragen wird, erst nach Ablauf des maßgeblichen Kalenderjahres, also im Nachhinein, ausbezahlt wird. Ein anderer Teil der Finanzierung wird von der Gemeinde Edingen-Neckarhausen geleistet. Um Studentinnen und Schülerinnen der Oberstufe für die Betreuung zu gewinnen, entschloss sich die Stadt Edingen-Neckarhausen, deren Vergütungen zeitnah auszuzahlen, was prompt die Lage entschärfte: Eine 15-köpfige, aus Rentnerinnen, Müttern, Schülerinnen und Studentinnen bestehende Gruppe führt die Betreuung fort. Dank einer Spende der Deutsch-Türkischen Freundschaftsgesellschaft (DTFG) können zudem auch neue Lernmaterialien angeschafft werden.
Dennoch gibt die seit Herbst 2006 mit der Koordination der Hausaufgabenhilfe beauftragte Doris Schmude keine Entwarnung bei der Helfersituation. Eine bei den Eltern durchgeführte Umfrage zeigte, dass viele die Hausaufgabenbetreuung für ihre Kinder nutzen wollen. Diese soll daher in naher Zukunft vier statt bisher drei Mal pro Woche stattfinden. Alleine im Zuge dieser Ausweitung sind etwa zehn neue Helferinnen nötig. Gerade für die schwächeren Schüler wäre eine kontinuierlichere Betreuung vorteilhaft; dem käme eine viertägige Betreuung wöchentlich schon recht nahe. Ebel weist darauf hin, dass für zehn bis 15 Prozent der Grundschüler eine Ganztagsschule nötig wäre. Doch einerseits hapert es an der Finanzierung für solch ein Projekt, andererseits will man nicht den Großteil der Schüler, der keine Ganztagesschule braucht, darin einbinden. Doch ist zuversichtlich: "Mit der Hausaufgabenhilfe sind wir dabei, uns eine akzeptable Lösung zu basteln." cf
Mannheimer Morgen
21. Februar 2007

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