Rat möchte umfassende Planung
Auf Vorschlag der Verwaltung sollte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eigentlich die Schaffung von verkehrsberuhigten Zonen in der Anna-Bender- und Wilhelmstraße beschließen. Doch die Bürgervertretung entschied sich für eine andere Vorgehensweise: Nun soll auf Basis eines etwa 15 Jahren alten Konzepts eine Art Verkehrsplan für die gesamte Gemeinde erstellt werden.
Erst Konzept, dann Verkehrsberuhigung
Presseecho
Bürgermeister Marsch hatte die Situation im engen Edinger Ortskern geschildert und vorgeschlagen, das Ingenieurbüro Kuhn mit der weiteren Planung für den Bereich Anna-Bender- / Wilhelmstraße zu beauftragen. Ziel sollte sein, beide Straßen in verkehrsberuhigte Bereiche umzuwandeln, umgangssprachlich auch "Spielstraßen" genannt. Nach Vorlage des Entwurfs sollten die Anwohner einbezogen werden. Im Haushalt 2008, so das Ortsoberhaupt, gebe es bereits Mittel für die Sanierung der Anna-Bender-Straße.
Widerspruch kam von CDU-Fraktionssprecher Walter Köhler: "Wir stimmen so nicht zu, weil wir keine Teillösung wollen." Der Gemeinderat solle sich dazu durchringen, ein Verkehrskonzept über die Probleme in beiden Ortskernen erstellen zu lassen. "Dann wissen wir, was wir insgesamt wollen und können mit dem größten Problemen beginnen." "Was soll Neues herauskommen?", erinnerte Bürgermeister Marsch daran, dass bereits seit etwa 15 Jahren ein derartiges Gutachten vorliegt. Zudem seien Anna-Bender- und Wilhelmstraße ohnehin in schlechtem Zustand. "Deshalb sollten wir hier beginnen."
"Ich glaube, wir sollten uns die Zeit nehmen und keinen Schnellschuss machen", pflichtete Dr. Rudolf Zaun-Axler (UBL / FDP-FWV) Walter Köhler bei. Denn "Insellösungen" würden nur einen Verdrängungseffekt bewirken. "Wir müssen tiefgreifend etwas machen, sonst hat das keinen Sinn." Er erinnerte an das alte Gutachten, aber auch daran, dass der Gemeinderat sich damals nicht zu den vorgeschlagenen einschneidenden Maßnahmen, wie beispielsweise Einbahn-Regelungen, durchringen konnte.
Thomas Zachler (SPD) wiederum sprach sich für die baldige Sanierung der beiden Straßen aus. Ihr Zustand sei schlecht, und sie wären für die Anlage von verkehrsberuhigten Bereichen prädestiniert. Zudem: "Welche Alternativen soll ein großes Verkehrskonzept liefern?"
Lieselotte Schweikert widersprach: "Auf vier Wochen kommt es nicht an." Das sah Ulf Wacker (Grüne) ähnlich: "Es macht Sinn, sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen."
"Uns geht es darum, die beiden desolaten Straßen zu sanieren, gleichzeitig verkehrsberuhigte Zonen zu schaffen und damit das Parken zu ordnen", erklärte Bürgermeister Marsch auf Anfrage des "MM". "Was jetzt gewollt wird, ist eigentlich ein Konzept zur Verkehrslenkung, das aber auch unabhängig von der Straßensanierung gemacht werden könnte. So befürchte ich, dass es eine Verzögerung geben wird. Um dies möglichst zu vermeiden, werden wir im Mai im Gemeinderat erneut über das Thema diskutieren."
Mannheimer Morgen - 23. März 2007

JUSOS

